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Sprachförderung im Kindergarten: Methoden & Tipps

Aktualisiert: 22. März

Die Sprachentwicklung ist ein zentraler Bestandteil der kindlichen Entwicklung und spielt eine entscheidende Rolle für den späteren Bildungserfolg. Gerade in der Kita-Phase können gezielte Maßnahmen helfen, sprachliche Kompetenzen zu fördern und eventuelle Defizite frühzeitig auszugleichen. In diesem Artikel erfahren Sie, warum die Sprachförderung im Kindergarten so wichtig ist, welche Methoden besonders effektiv sind und wie Sie Bilderkarten und Sprachspiele gezielt einsetzen können.




Sprachförderung Spiele

Warum ist Sprachförderung im Kindergarten so wichtig?

Die Kita ist für viele Kinder der erste Ort, an dem sie intensiv mit Sprache in Kontakt kommen. Hier erweitern sie ihren Wortschatz, lernen grammatikalische Strukturen und entwickeln ihre Fähigkeit, Gedanken und Gefühle sprachlich auszudrücken.


Besonders Kinder mit mehrsprachigem Hintergrund oder sprachlichen Entwicklungsverzögerungen profitieren von frühzeitiger sprachlicher Förderung. Studien zeigen, dass gezielte Sprachförderung in der Kita langfristig positive Auswirkungen auf die Schulfähigkeit und die soziale Integration hat.


Methoden der Sprachförderung in der Kita

1. Alltagsintegrierte Sprachförderung

Die alltagsintegrierte Sprachförderung ist eine der effektivsten Methoden, da sie ohne gesonderte Unterrichtseinheiten auskommt und Kinder spielerisch zum Sprechen anregt. Dabei werden alltägliche Situationen genutzt, um Sprache aktiv einzusetzen:


  • Gemeinsames Erzählen: Fragen wie "Was hast du heute gemacht?" oder "Wie fühlt sich der Teddy?" regen die Kinder dazu an, ganze Sätze zu formulieren.

  • Sprachvorbilder sein: Erzieherinnen und Erzieher sollten bewusst mit den Kindern kommunizieren, korrekte Satzstrukturen nutzen und neue Wörter in den Dialog einbauen.

  • Musik und Reime: Kinderlieder und Reime unterstützen das phonologische Bewusstsein und helfen beim Erlernen von Rhythmen und Melodien der Sprache.


2. Gezielte Sprachförderprogramme

Für Kinder mit besonderem Sprachförderbedarf gibt es strukturierte Programme, die in Kleingruppen oder individuell durchgeführt werden. Diese Programme beinhalten oft wiederkehrende Übungen, Sprachspiele und Erzählimpulse.


Bekannte Konzepte sind z. B.:

  • "Sprachreich": Ein Programm, das auf dem Prinzip der Mehrsprachigkeit basiert und sowohl Kinder mit als auch ohne Deutsch als Erstsprache unterstützt.

  • Dialogisches Lesen: Hierbei werden Kinder aktiv in das Vorlesen einbezogen, indem sie Fragen beantworten oder die Geschichte weiterspinnen.


Sprachförderung durch Spiele

Sprachspiele machen nicht nur Spaß, sondern helfen auch, sprachliche Kompetenzen auf spielerische Weise zu erweitern. Hier einige Beispiele:

  • "Wo ist der Teddy?": Ein Kind versteckt einen Teddy, und die anderen müssen anhand von sprachlichen Hinweisen dessen Versteck finden. Dabei werden Begriffe wie "unter", "hinter" oder "neben" eingeübt.

  • Reimspiele: Kinder suchen gemeinsam nach Wörtern, die sich reimen. Dies fördert das phonologische Bewusstsein.

  • "Ich sehe was, was du nicht siehst": Dieses klassische Spiel schult das genaue Beobachten und die Beschreibung von Gegenständen.


Die 12 beliebtesten Sprachförderungsspiele

Sprachförderung lässt sich spielerisch gestalten, um den Kindern Freude am Sprechen und Zuhören zu vermitteln. Hier sind zwölf bewährte Spiele, die die Sprachentwicklung auf kreative Weise unterstützen:

  1. Ich sehe was, was du nicht siehst

    Ein klassisches Spiel zur Förderung der Beschreibung und Wortschatzerweiterung. Kinder lernen, Farben, Formen und Eigenschaften von Gegenständen zu benennen. Tipp:Variieren Sie das Spiel, indem Sie nur Dinge nennen, die eine bestimmte Form oder Funktion haben.


  2. Reimwörter finden

    Kinder suchen gemeinsam nach passenden Reimwörtern, was das phonologische Bewusstsein stärkt. Beispiel: "Haus – Maus", "Sonne – Wonne".

    Tipp: Nutzen Sie Reimkarten oder Lieder, um den Einstieg zu erleichtern.


  3. Geschichten weitererzählen

    Ein Kind beginnt eine Geschichte, und die anderen ergänzen nach und nach eigene Ideen. Dies stärkt die Erzählfähigkeiten und die Fantasie.

    Tipp: Verwenden Sie Bilderkarten als Impulse.


  4. Satzbau-Puzzle

    Wörter auf Karten zusammensetzen, um vollständige Sätze zu bilden.

    Tipp: Nutzen Sie farblich gekennzeichnete Wortarten (z. B. Verben in Blau), um die Grammatik zu verdeutlichen.


  5. Bilder beschreiben

    Kinder betrachten Bilderkarten und erzählen, was sie sehen, um ihre Ausdrucksfähigkeit zu verbessern.

    Tipp: Fordern Sie die Kinder auf, Fragen zu den Bildern zu stellen, um den Dialog zu fördern.


  6. Rollenspiele

    Beispielsweise Arztbesuche oder Einkaufen nachspielen, um kommunikative Kompetenzen zu stärken.

    Tipp: Bereiten Sie Accessoires vor, um das Spiel lebendiger zu gestalten.


  7. Koffer packen

    Kinder nennen abwechselnd Gegenstände, die sie in einen imaginären Koffer legen, und wiederholen dabei die vorherigen Begriffe.

    Tipp: Variieren Sie das Spiel mit bestimmten Themen, z. B. „Was nehme ich mit auf eine Weltraumreise?“


  8. Tierstimmen raten

    Die Kinder imitieren Tiergeräusche und benennen die passenden Tiere.

    Tipp: Nutzen Sie Tierkarten oder -figuren zur Unterstützung.


  9. Fragen-Spiel

    Ein Kind stellt Fragen zu einem versteckten Gegenstand, um ihn zu erraten.

    Tipp: Ermutigen Sie die Kinder, vollständige Sätze zu formulieren, z. B. "Ist es rund?"


  10. Wörter-Ketten bilden

    Ein Kind nennt ein Wort, das nächste Kind nennt ein Wort, das mit dem letzten Buchstaben des vorherigen beginnt.

    Tipp: Um den Schwierigkeitsgrad zu steigern, können nur Wörter aus einer bestimmten Kategorie erlaubt sein.


  11. Stille Post

    Ein Kind flüstert einem anderen Kind ein Wort oder einen Satz ins Ohr, der dann weitergegeben wird. Am Ende sagt das letzte Kind das Gehörte laut.

    Tipp: Verwenden Sie komplexere Sätze, um das Hörverständnis zu fördern.


  12. Pantomime-Wörter erraten

    Ein Kind stellt ein Wort durch Bewegung und Mimik dar, die anderen müssen es erraten.

    Tipp: Nutzen Sie Themenkarten zur Erleichterung und Variation.


Der Einsatz von Bilderkarten zur Sprachförderung

Bilderkarten sind ein bewährtes Mittel zur Sprachförderung, da sie visuelle Reize setzen und das freie Erzählen unterstützen. Sie können vielseitig eingesetzt werden:


  • Wortschatzarbeit: Die Kinder benennen die dargestellten Gegenstände und lernen deren Bedeutung.

  • Geschichten erzählen: Mehrere Bilderkarten werden nacheinander gezogen, und die Kinder erfinden eine zusammenhängende Geschichte.

  • Satzbauübungen: Die Kinder formulieren Sätze zu den Bildern und lernen, grammatikalisch korrekte Strukturen zu nutzen.


Wie kann die Sprachförderung konkret in Kindertageseinrichtungen umgesetzt werden?

Die Entwicklung der Sprachfähigkeiten von Kindern kann durch alltägliche Kommunikation und Angebote auf natürliche Weise oder durch spezifische Methoden gezielt gefördert werden. In der Regel spielt die implizite Förderung, die im täglichen Umfeld stattfindet, eine bedeutendere Rolle. Jedoch kombinieren moderne Ansätze zur Sprachförderung oft alltagsintegrierte Aktivitäten mit gezielten Fördermaßnahmen.


Eine ganzheitliche Sprachförderung berücksichtigt nicht nur das Sprechen und Hören, sondern auch andere Aspekte wie Bewegung, Neugierde und kreative Tätigkeiten. Die Grundprinzipien der Sprachförderung sind vielfältig und sollten die gesamte kindliche Entwicklung ansprechen.

Grundbausteine der Sprachförderung:

  • Wortschatzerweiterung: Führen Sie neue Wörter spielerisch ein, indem Sie sie mit konkreten Erlebnissen verknüpfen. Besuchen Sie beispielsweise die Feuerwehr und sprechen Sie mit den Kindern über Begriffe wie "Blaulicht", "Schlauch" oder "Löschen". Beim Backen können Sie gemeinsam die Zutaten benennen und neue Begriffe wie "verrühren", "kneten" oder "portionieren" erklären.

  • Satzbildungsfähigkeit: Lassen Sie die Kinder aktiv sprechen, indem Sie offene Fragen stellen und sie ermutigen, ihre Gedanken zu formulieren. Beim Basteln können Sie sie bitten, zu erklären, was sie gerade tun. Lieder, Reime und Fingerspiele unterstützen die Satzbildung und helfen den Kindern, Satzmuster spielerisch zu verinnerlichen.

  • Kommunikative Kompetenz: Die Fähigkeit, Sprache sinnvoll einzusetzen, lässt sich gut in Rollenspielen fördern. Spielen Sie gemeinsam Einkaufssituationen nach oder verwandeln Sie eine Puppenküche in ein Restaurant. Auch Brettspiele, bei denen Kinder Anweisungen geben oder ihre Mitspieler unterstützen müssen, helfen dabei, Kommunikationsfähigkeiten zu trainieren.


Sprachförderung für Vielfalt: Inklusion und Mehrsprachigkeit in der Kita stärken

Bei der Sprachförderung in Bezug auf Inklusion und Mehrsprachigkeit ist es entscheidend, dass Fachkräfte eine vielfältige und inklusive Lernumgebung schaffen, die alle Kinder gleichermaßen einbezieht.


Dies bedeutet, dass Sprachfördermaßnahmen so gestaltet werden sollten, dass sie die unterschiedlichen sprachlichen Hintergründe und individuellen Bedürfnisse der Kinder berücksichtigen. Erzieher müssen sensibel dafür sein, dass Kinder mit Mehrsprachigkeit oder Sprachdefiziten zusätzliche Unterstützung benötigen, um ihre sprachlichen Fähigkeiten zu entwickeln. Gleichzeitig ist es wichtig, dass alle Kinder die Möglichkeit haben, ihre eigene Sprache und Kultur in die Gemeinschaft einzubringen und zu pflegen.

Eine wichtige Maßnahme zur Förderung von Inklusion und Mehrsprachigkeit ist die Integration von mehrsprachigen Materialien, Büchern und Liedern in den Alltag der Kindertageseinrichtung. Dadurch werden alle Kinder ermutigt, ihre sprachlichen Fähigkeiten in ihrer Muttersprache zu entwickeln und zu stärken. Fachkräfte können auch gezielte Sprachförderaktivitäten durchführen, die darauf abzielen, die Mehrsprachigkeit der Kinder als Ressource zu nutzen und die Sprachkompetenz in verschiedenen Sprachen zu fördern.


Darüber hinaus ist eine enge Zusammenarbeit mit den Eltern von großer Bedeutung. Eltern können wichtige Informationen über die sprachliche Entwicklung ihres Kindes liefern und dabei helfen, die sprachlichen Fähigkeiten ihres Kindes auch außerhalb der Kindertageseinrichtung zu fördern. Durch eine kooperative Zusammenarbeit zwischen Erziehern und Eltern werden die sprachlichen Barrieren überwunden und alle Kinder erhalten die bestmögliche Unterstützung bei ihrer sprachlichen Entwicklung.


Fortbildung: Sprachförderung in der Kita gezielt umsetzen

Um eine effektive Sprachförderung in der Kita zu gewährleisten, sollten Erzieherinnen und Erzieher regelmäßig an Fortbildungen teilnehmen. Unser speziell entwickelter Sprachkurs für Erzieher vermittelt praxisnahe Methoden zur Sprachförderung in der Kita und gibt Ihnen wertvolle Tipps, wie Sie den Kita-Alltag sprachlich bereichern können.


Durch die Teilnahme an diesem Kurs können Sie:

  • gezielt auf sprachliche Bedarfe eingehen,

  • Sprachspiele und Bilderkarten effektiv einsetzen und

  • Kinder auf ihrem Weg zur sprachlichen Kompetenz optimal unterstützen.



Investieren Sie in Ihre Weiterbildung und tragen Sie dazu bei, dass Kinder ihre sprachlichen Fähigkeiten mit Freude und Erfolg entwickeln!


Oder melden Sie sich jetzt zu unserem spezialisierten Kita-Sprachförderkurs an und profitieren Sie von praxiserprobten Methoden und individuell abgestimmten Lerninhalten.


📘 Empfohlene Literatur und Materialien zur Sprachförderung in der Kita



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Vladislava Ivanova

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